T-Shirts und Mass Customization

„Wir verkaufen eigentlich keine T-Shirts, sondern das Individuelle, was Menschen ausdrücken wollen“, sagte Philip Rooke, seit 2011 CEO von Spreadshirt, in seiner Keynote am Morgen des zweiten Tages. „Unsere Kunden wollen kein Druckprodukt an sich, sie suchen eine Möglichkeit, sich selbst zu entfalten.“ Und wenn es eben „nur“ das Tragen des eigenen T-Shirts ist.

Philip Rooke, Geschäftsführer Spreadshirt

Seit 16 Jahren ist Spreadshirt ein Name im Print-on-Demand-Business. Mit T-Shirts gestartet, wurde das Portfolio um weitere individualisierbare Produkte erweitert. Der Erfolg des Leipziger Unternehmens basiert heute auf drei Säulen: Marktplatz, Shops und Selbstgestalten. Auf dem Marktplatz bieten Kreative, Künstler und Designer ihre Ideen an, beim Shop-Modell handelt es sich um eine White-Label-Lösung für eigene Shops und beim Selbstgestalten kommen die Endverbraucher zum Zug, die ihr persönliches Produkt entweder mit den zur Verfügung gestellten Designs oder mit eigenen Motiven gestalten können. Unter dem Strich ergeben diese drei Säulen etwa 100 Mio. € Umsatz im Jahr 2017.

Und das in einem Markt, auf dem hunderte von Firmen um den Endverbraucher buhlen. Gleichwohl ist die Quote derer, die scheitern, relativ hoch. Als globaler Player verfolgt Spreadshirt jedoch komplexe Wachstumsbestrebungen. Philip Rooke hat Ambitionen, die Marktführerschaft in Europa weiter auszubauen und das internationale Geschäft auf den US-Markt auszuweiten. Dabei zeigt er sich selbstbewusst: „Wir sprechen einen sieben Milliarden Dollar großen Markt an, der jährlich um 10% wächst“, sagt er und meint damit den Markt für personalisierte Produkte. Da 1/3 der Konsumenten personalisierte Produkte möchten und 75% auch bereit sind, dafür mehr auszugeben, könnte seine Rechnung aufgehen. „Bei uns geht es um die Ideen der Menschen. Dafür haben wir die Plattform“, meint Rooke.

Er weiß aber auch, dass das Bedrucken von Shirts wenig spektakulär ist und eine funktionierende Supply Chain das entscheidende Merkmal des Geschäfts ist. Deshalb gab er den Teilnehmern des Symposiums noch eine wesentliche Botschaft mit auf den Weg: „Erfolg ist vergänglich. Heute erfolgreich sein heißt nicht, auch in der Zukunft im Wettbewerb zu bestehen. Auch Qualität ist vergänglich. Was heute qualitativ hochwertig ist, wird morgen zum Standard.“

2018-09-14T14:59:53+00:0023/03/2018|