Obwohl die DNA der BVD „Drucken auf Papier“ ist, will sich die Liechtensteiner Druckerei zum Experten für das Bedrucken dreidimensionaler Mass-Customization-Produkte entwickeln. Seit 1992 ist Peter Göppel Geschäftsführer der BVD Druck + Verlag AG, die sich schon 1996 als eine der ersten Druckereien mit dem Digitaldruck und der Personalisierung beschäftigte.

„Wir müssen uns als konventionelle Akzidenzdruckerei aber weiterhin den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und uns transformieren, um zukünftig auf dem Markt bestehen zu können“, stellte Peter Göppel bei seiner Präsentation fest und schilderte die Schritte, die BVD bisher zurückgelegt hat. „Ziel war es, ein innovatives und personalisiertes Produkt zu entwickeln, das online vom Verbraucher bestellt werden kann. Ein weiteres Ziel war, dass sich das Produkt in einer Nische bewegt. Entstanden ist daraus die Marke balleristo.“

Mass Customization ist für Peter Göppel, Geschäftsführer der Liechtensteiner Druckerei BVD, der Trend der Zukunft. 

Bereits 2013 war BVD Testkunde für eine Maschine, die dreidimensionale Produkte bedruckt. 2014 wurde der Prototyp gekauft, 2015 die Website balleristo samt Shop aufgesetzt und 2016 in eine Heidelberg Omnifire 250 für den vierfarbigen Druck investiert. 2017 folgte eine Fünffarbenmaschine des gleichen Typs und in diesem Jahr wird eine Omnifire 1000 mit sechs Achsen installiert. Eine Millioneninvestion für das Bedrucken von Bällen, Trinkflaschen und Helmen – weitere Objekte sollen folgen.

Dazu will Peter Göppel ganz strukturiert an den Markt, B2C und B2B anvisieren sowie Nachfrage bei Herstellern und Plattformen wecken. „Anfangs waren wir ausschließlich im B2C-Segment unterwegs – das ist auch weiterhin ein sehr wichtiger Markt. Wir haben aber auch schon die Fühler zum Business-Markt ausgestreckt und wollen zudem über Plattformen wie Amazon oder ebay gehen. Daneben wollen wir zu Herstellern gehen und Mass Customization sowie das Personalisieren bekannter machen“, erklärte Peter Göppel. Dabei schätzt er die Zukunft von Mass Customization überaus positiv ein: „Ich glaube, das ist der Trend der Zukunft. Ich glaube auch, dass jede Person unique sein möchte – und warum sollten das nicht auch Unternehmen sein?

„Wir sehen heute schon, dass die Wachstumskurve jeden Monat nach oben zeigt. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass die Marktentwicklung noch immer am Bahnhof steht – der Zug bewegt sich jedenfalls sehr, sehr langsam. Deshalb geht es jetzt gezielt daran, Kunden zu überzeugen und die Vorteile zu vermarkten. Ob uns das gelingt, kann ich nicht sagen, aber die Basis haben wir gelegt und müssen jetzt an den Stellschrauben drehen, um die Produkte zu verkaufen“, fasst Peter Göppel die Herausforderungen der nächsten Jahre zusammen.