Es ist ja nicht gleich alles Disruption, auch wenn das Unternehmen ePac Flexibles den Markt der flexiblen Verpackung ordentlich aufmischt. Allerdings geht es eher um das Schließen einer Marktlücke und nicht um das Zerstören oder Ersetzen eines ganzen Marktes. Dennoch ist der Fall ePac ein Beispiel für eine gelungene Transformation von der Massenauflage hin zu kleineren Einheiten und zu Produktionen, die dem Thema Mass Customization zur Ehre gereichen.

Hobeica erläuterte dabei, wie der Ansatz der Nachhaltigkeit auch bei digital bedruckten flexiblen Verpackungen greifen kann und wie die Herstellungsmodelle der herkömmlichen flexiblen Verpackungsbranche umgekrempelt werden. Denn ePac ermöglicht es kleinen und mittelständischen Unternehmen, wettbewerbsfähige Marken für gesunde Lebensmittel auf- und auszubauen. Doch dazu ein Schwenk in die noch junge Historie des Unternehmens.

Verpackungstrends + Digitaldruck = ePac

Die Geschichte von ePac begann 2013, als die drei späteren Gründer Jack Knott, Carl Joachim und Virag Patel den Bedarf nach kürzeren Vorlaufzeiten und niedrigeren Mindestbestellmengen bei den flexiblen Verpackungen erkannten. Diesen konnten die Druckbetriebe für flexible Verpackungen in den USA jedoch nicht erfüllen, da sie ihre Kapazitäten mit neuen Anlagen erweitert hatten, um die Stückpreise zu senken und die Nachfrage nach hohen Auflagen zu decken. Gleichzeitig wurden die Mindestbestellmengen erhöht, während die Durchlaufzeiten bei 6 bis 8 Wochen blieben.

Eine Situation und Lücke im Markt, die geradezu nach einem neuen Geschäftsmodell schrie. Zumal Knott, Joachim und  Patel davon überzeugt waren, dass technologische Innovationen wie der Digitaldruck auch im Verpackungsmarkt das Potenzial haben, neue Wege zu beschreiten. 2014 befand sich die HP Indigo 20000, das Modell für flexible Verpackungen, gerade im Betatest. Das passte genau zum Geschäftsmodell von ePac, das von Anfang an zum Ziel hatte, den konventionellen Markt für flexible Verpackungen aufzumischen.

Johnny Hobeika, Geschäftsführer der ePac Holdings Europe, zeigte in seiner Präsentation, wie ePac Flexibles seinen Wachstumserfolg in den USA nun in Europa fortsetzen will. 

Denn das ePac-Geschäftsmodell sah vor, voll auf den Digitaldruck zu setzen, wettbewerbsfähige Preise für kleine bis mittlere Auflagen und eine Lieferzeit von 10 bis 15 Werktagen anzubieten – also erheblich geringere Lieferzeiten als im konventionellen Verpackungsdruck. Mit der für den Kundenservice optimierten Produktionsplattform bietet ePac kundenspezifische Drucke mit variablen Daten, so dass die Kunden nach Bedarf drucken können und Lager- und Verwalterungskosten vermeiden. Mit den Expansionsplänen für 2020 ist übrigens der Einsatz von 52 HP Indigo 20000 bis Ende des Jahres geplant.

2015 wurde ePac gegründet und im April 2016 der erste Standort in den USA eröffnet. In wenigen Monaten wuchs die Nachfrage nach den Dienstleistungen von ePac. So dauerte es nicht lange, bis zusätzliche Druckmaschinenkapazitäten installiert wurden und die US-Expansion mit weiteren Produktionsstandorten begann. Heute arbeitet ePac an 13 Standorten in den USA und je einem in Kanada, Großbritannien und Indonesien mit Marken aller Größenordnungen zusammen .

„Seit der Eröffnung der ersten Produktionsstätte ist unsere Mission klar: Wir wollen kleinen Marken zu einer großen Marktpräsenz verhelfen und zur Schaffung einer nachhaltigeren Wirtschaft beitragen“, führte Hobeika aus.

Dabei bietet ePac eine nachhaltigere Lieferkette, limitierte Ausgaben und variable Grafiken für flexible Verpackungen wie Standbodenbeutel, Flachbeutel und Rollenware an. Dazu nutzt ePac neue digitale Druck- und Softwaretechnologie und bietet Kunden eine smarte Möglichkeit, individuell bedruckte flexible Verpackungen herstellen zu lassen. Die digital bedruckten Verpackungen in kleinen beziehungsweise mittleren Auflagen sollen durch die automatische Erstellung unterschiedlicher Designs auf Basis von Kernmustern eine Differenzierung im Regal ermöglichen.