Vor zehn Jahren wurde die kartenmacherei auf einem Dachboden am Ammersee gegründet. Heute wird mit individuellen Grußkarten, Einladungen, Danksagungen und Fotoprodukten wie Kalendern ein Jahresumsatz von knapp 50 Millionen Euro erwirtschaftet. Dabei ist die kartenmacherei nicht nur ein Love Brand – sie zählt auch als New-Work-Vorreiter zu den modernsten Arbeitgebern Deutschlands. Ein beispielloser Erfolg, auf dem sich seine Macher jedoch keineswegs ausruhen wollen.

Seit über einem Jahr ist die kartenmacherei Herzstück der better ventures group, unter deren Dach weitere erfolgreiche Unternehmen entstehen sollen. In seinem Vortrag gab Patrick Leibold, COO der better ventures group, der 2017 zur kartenmacherei stieß, Einblicke in das Geschäftsmodell des Unternehmens und erläutert, welche nächsten Schritte anstehen und warum der Invest in neue Geschäftsfelder gerade jetzt der richtige Schritt sein könnte.

Bei seiner Präsentation verschwieg er aber auch nicht, dass Fehler gemacht wurden. Man hatte die kartenmacherei so verschlankt, dass es zum Weihnachtsgeschäft 2018 zum Desaster kam und Bestellungen nicht rechtzeitig ausgeliefert werden konnten. „Reiner Dilettantismus, den unsere Mitarbeiter mit hohem persönlichem Einsatz wettgemacht haben“, räumte Leibold ein. „Das zeigte uns aber auch, dass wir viel mehr Vertrauen in die Menschen haben und mit intelligenten Strukturen im Unternehmen unterstützen müssen.“ In einer Verbindung aus Effizienz und Autonomie wurde 2019 der Fehler des Vorjahres ausgebügelt, die kartenmacherei wuchs um 90% und stand Ende letzten Jahres mit rund 50 Mio. € Umsatz und ganz offensichtlich ausreichend großem Gewinn wieder blendend da.

Patrick Leibold, COO der better ventures group, verschwieg in seiner Präsentation aber auch nicht, dass Fehler gemacht wurden. „Reiner Dilettantismus, den unsere Mitarbeiter mit hohem persönlichem Einsatze wettgemacht haben.“ 

Zum Jahreswechsel kaufte die better ventures group den Digitaldruckbereich der Straub Druck+Medien AG mit Sitz in Schramberg inklusive der Marke Metaprint24. Das operative Geschäft der daraus entstandenen Better Print Production GmbH, die am Schwarzwälder Standort verbleibt, wird weiterhin von Straub-Geschäftsführer Francisco Martinez geleitet, Patrick Leibold vervollständigt die Geschäftsführung und ist zudem verantwortlich für die Web-to-Print-Aktivitäten rund um die Marke kartenmacherei. Die Offset-Sparte von Straub Druck+Medien mitsamt ihrer B2B-Online-Portale für Industriekunden wurde dem Vernehmen nach übrigens an Bosch Druck verkauft.

Da Straub Druck+Medien bereits seit vielen Jahren mit der kartenmacherei zusammenarbeitet, sei der Kauf ein logischer Schritt, um Kräfte zu bündeln. „So sind wir jetzt auf rasantes Wachstum ausgelegt“, erläuterte Leibold. Denn perspektivisch wolle man die Produktionsstraßen der Druckerei nicht nur für die better ventures group betreiben, sondern auch für andere Großkunden und Online-Portale öffnen. Ziel ist es nach Aussage von Leibold, ein Netzwerk von Unternehmen rund um die kartenmacherei aufzubauen.