Interessant genug, dass auch Eyal Ben-Zvi, seit 2018 CTO bei BeeriPrint, und Haran Kislev, Leiter der Onlinedruckerei PIX, in Israel vor einer ähnlichen Situation standen wie Jürgen Geiger mit dem Werbeartikel-Markt. Auch Israel war in Sachen Onlineprint bisher noch ein weißer Fleck auf der Karte. „Es gibt im israelischen Internet keine Kategorie Online Printing“, stellt Ben-Zvi fest. Und das, obwohl  die E-Commerce-Penetration Israels mit 95% eine der höchsten weltweit ist.

Eyal Ben-Zvi, CTO Be’eri Printers; Source: #OPS2019

Ganz bei Null hat aber auch BeeriPrint nicht angefangen, schließlich gibt es die Druckerei bereits seit 1950 – als Kibbutz in der Gemeinde Beeri. (Für alle, die es nicht wissen sollten: Ein Kibbutz ist eine Art ländliche Kommune in Israel mit gemeinsamem Eigentum und basisdemokratischen Strukturen.) Die Druckerei beschäftigt 300 Mitarbeiter und ist der größte Dataprint-Drucker in Israel. Mailings, Data Management, Software-Entwicklung und Print gehören zum Geschäft von BeeriPrint. Der Name ist hierzulande übrigens als erste Beta-Installation einer Landa-Maschine bekannt geworden, weil die Druckerei in für sie neue Märkte wie den Verpackungsdruck und eben auch Onlineprint eingestiegen ist.

Doch auch bei aller Expertise in Sachen Digitalisierung gingen für den Aufbau der PIX-Plattform bei dem israelischen Unternehmen zweieinhalb Jahre ins Land, bis es live gehen konnte. Und, woran man in unseren Breiten am wenigsten denkt: Es lag nicht zuletzt an den hebräischen Schrift-Fonts, die das PrintQ-System von CloudLab darstellen muss. Elf Mitarbeiter bei BeeriPrint haben das Projekt mit Unterstützung von zipcon consulting schließlich zum Laufen gebracht. Dafür aber geht jetzt so richtig die Post ab. Die Online-Druckerei PIX hat alle anderen israelischen Konkurrenten bereits abgehängt und hat noch Großes vor.