Und über allem schwebte das, was wir in Deutschland Industrie 4.0 nennen. Denn Robert Keane beklagte ja nicht die Wettbewerbsbedingungen an sich, sondern stellte sie nur an den Anfang seines Vortrags, um zu verdeutlichen, wie wichtig es für Onlineprint noch werden wird, in einer Phase weiterer und anhaltender Automatisierung Themen wie die digitale Transformation und Technologien wie Big Data, Robotik und künstliche Intelligenz in die strategischen Überlegungen und Pläne mit einzubeziehen und umzusetzen.

Als Gründer von Cimpress kennt Keane die Szene seit 1995, war Vorreiter des Onlineprint-Business und will es bleiben. In diesem Zusammenhang erläuterte er die langfristig angelegte Strategie der kundenindividuellen Massenproduktion, mit der es möglich ist, die Produktion kleiner oder einzelner Aufträge mit nahezu der gleichen Effizienz herzustellen wie in einer Massenanfertigung. Dazu bedarf es aber neuer und intelligenter Techniken. Robert Keane machte das an einem Logo deutlich, von dem der Kunde erwartet, dass es in einer gedruckten Zeitschrift genauso aussieht, wie auf einem Kugelschreiber, einem Poloshirt oder in einer gestickten Variante auf einer Tasche. Zurzeit sei dafür noch viel zu viel manuelle Arbeit (Artwork) notwendig. Es gibt also (beispielsweise) in Prepress noch enormes Potenzial für neue und automatisierte Technologien und -prozesse.

Das gelte auch für andere Bereiche, denn Prozessoptimierung sei gerade im Kontext mit den taffer werdenden Zeiten in Onlineprint unumgänglich. „Die gesamte Web-to-Print Branche sieht sich einem verlangsamten Wachstum gegenüber und wir sind in eine Phase eines sehr harten Wettbewerbs eingetreten, der die langfristigen Gewinner von allen anderen trennen wird“, mahnte Robert Keane.