Nicht unumstritten waren meine Aussagen zu den Gründen für die Umverteilung. Ich nenne in diesem Zusammenhang drei Fehler, die derzeit gemacht werden:

  1. Die Qualität lässt bei fast allen Anbietern zu wünschen übrig.
  2. Auch der Service, insbesondere das Reklamations-Handling, stimmt nicht.
  3. Und die Funktionalität im E-Commerce reicht nicht aus.

Es zeigt sich in der Praxis, dass Preis und Geschwindigkeit Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Qualität und Service gegenüberstehen, wobei das Pendel in der Kundengunst derzeit gegen Speed und Kampfpreise ausschlage.

Doch trotz der Kritik – oder nennen wir es doch lieber Anregungen und Tipps für das Onlineprint- Tagesgeschäft, an denen gearbeitet werden muss, ist festzustellen: „Print ist einer der mächtigsten Kanäle im Kommunikations-Kanon der digitalen Welt. Und Onlineprint ist Teil dieser Welt.“ Vorausgesetzt, die Unternehmen machen ihre Hausaufgaben im E-Commerce, in den Märkten, im Service und in der Produktion. Weitere Herausforderungen sind Plattformen für Mass-Customization sowie künstliche Intelligenz in Print. Erste Ansätze sind bereits da – erkennbar an Software für das automatische Erstellen von Sammelformen samt dynamischer Termin- und Produktionsplanung sowie beim autonomen Drucken.

Die digitale Transformation, neue Wege zum Kunden, neue Technologien und Produktionsprozesse insbesondere bei der Verzahnung von Online und Print stellen Unternehmen im Onlineprint allerdings vor neue Aufgaben. Dabei haben diejenigen gute Chancen, die sich „transformationswillig“ zeigen, die Nischen nutzen, die sich als Spezialisten profilieren, die spezielle Zielgruppen genau adressieren und lokale Märkte mit besseren Services bedienen können.